El Gouna hat Wracks. El Gouna hat Riffe. Und El Gouna hat den Shaab El Erg — einen Riffplateau, auf dem eine Gruppe Spinner-Delfine lebt, die sich dort seit Jahren niedergelassen hat und so gut wie täglich anzutreffen ist. In der Tauchergemeinschaft läuft er unter dem Namen "Dolphin House El Gouna", auch wenn das offiziell auf keiner Karte steht.
Wir fahren regelmäßig dorthin von unseren Basen am Sheraton Miramar und am Mövenpick El Gouna — und jedes Mal ist es anders.
Etwa 20 Kilometer nordöstlich von El Gouna liegt ein flaches Riffplateau, das sich über mehrere hundert Meter erstreckt. Das Riff ist nicht besonders tief — 5 bis 25 Meter je nach Position — aber es bietet genau das, was Spinner-Delfine suchen: Schutz, Ruhe und genug Raum. Tagsüber kommen sie hierher, um auszuruhen und zu spielen. Nachts gehen sie auf Jagd.
Die Bootsfahrt von El Gouna dauert je nach Wetterlage 45 bis 60 Minuten. Bei ruhiger See ist es eine angenehme Fahrt. Bei Dünung ist es trotzdem die Fahrt wert.
Am Shaab El Erg trifft man fast ausschließlich Spinner-Delfine — auf Arabisch manchmal auch "Al-Dolfin Al-Dair" genannt, nach ihrer charakteristischen Gewohnheit, sich beim Springen um die eigene Achse zu drehen. Gruppen von 50 bis über 200 Tieren sind keine Seltenheit. Sie sind neugierig, verspielt und manchmal schüchtern — je nachdem, wie ausgeruht sie gerade sind.
Gelegentlich tauchen auch Große Tümmler auf. Selten, aber es passiert.
Was viele nicht wissen: Spinner-Delfine sind tagsüber in einer Art Halbschlaf. Sie schwimmen langsam, tauchen synchron und ruhen sich aus. Wer zu laut ins Wasser klatscht oder hektisch hinterherschwimmt, scheucht sie sofort weg. Wer sich ruhig ins Wasser lässt und wartet, dem kommen sie oft von selbst entgegen.
Das ist eine Frage, die wir oft hören. Ehrliche Antwort: beide sind außergewöhnlich, aber sie funktionieren anders.
Samadai bei Marsa Alam ist ein geschützter Nationalpark. Das bedeutet strenge Regeln, klare Zonen, begrenzte Personenzahlen im Wasser. Der Schutz der Delfine ist dort am stärksten — und das merkt man an den Tieren. Sie sind entspannter.
Shaab El Erg unterliegt keinem Nationalpark-Status. Es gibt weniger Reglementierung, was aber auch bedeutet: es kommt auf die Guides an. Wer mit einer verantwortungsvollen Basis fährt, erlebt genauso unvergessliche Begegnungen.
| Shaab El Erg | Samadai | |
|---|---|---|
| Schutzstatus | — | Nationalpark |
| Delfinarten | Spinner-Delfine | Spinner-Delfine |
| Tiefe | 5-25m | 3-15m |
| Bootsfahrt | 45-60 Min | 40 Min |
| Riffqualität | Sehr gut | Gut |
| Für Anfänger | ✅ | ✅ |
Das Riff selbst ist auch ohne Delfine eine Ausfahrt wert. Entlang der Riffkante ziehen Adlerrochen. In den tieferen Abschnitten — ab ca. 18 Metern — sieht man gelegentlich Hammerhaie, vor allem von Oktober bis April. Die Korallen sind gesund, die Sichtweite liegt meist zwischen 15 und 30 Metern.
Anfängertaucher mit Open Water Diver Zertifizierung bleiben problemlos in den flacheren Bereichen. Für die tieferen Riffkanten empfiehlt sich der Advanced Open Water Kurs.
Ehrlich gesagt: manche Delfin-Begegnungen passieren eher beim Schnorcheln als beim Tauchen. Spinner-Delfine halten sich oft in 5-8 Metern Tiefe auf. Ein ruhiger Schnorchler, der einfach da ist und wartet, bekommt manchmal näheren Kontakt als ein Taucher, der Luftblasen produziert.
Schnorcheln ist am Shaab El Erg ohne jede Einschränkung möglich und wird von uns auf jeder Ausfahrt angeboten.
Die Delfine sind das ganze Jahr dort. Aber wer früh fährt, hat mehr davon. Unsere Ausfahrten starten deshalb vor 8 Uhr morgens — zu dieser Zeit ist das Riff noch ruhig, die Delfine sind ausgeruht, und die Begegnungen sind in aller Regel intensiver.
Im Sommer (Juni bis September) ist das Wasser wärmer, aber manchmal etwas mehr Dünung auf dem Weg. Die restlichen Monate sind in Sachen Sichtweite und Seebedingungen meist etwas angenehmer. Einen vollständigen Überblick über die Jahreszeiten gibt unser Beste Reisezeit Ägypten Guide.
Wir fahren seit Jahren zum Shaab El Erg — und wir haben gesehen, was passiert, wenn Gruppen die Delfine jagen oder anfassen. Die Tiere verschwinden. Manchmal für Stunden. Manchmal länger.
Deshalb gilt bei jeder unserer Ausfahrten:
Delfine nicht verfolgen. Nicht anfassen. Nicht zwischen Delfin und Wasseroberfläche schwimmen — sie müssen zum Atmen auftauchen. Keine Drohnen über der Gruppe. Im Wasser ruhig bleiben und die Tiere entscheiden lassen, ob sie Kontakt möchten.
Das klingt restriktiv. In der Praxis merkt man schnell, dass genau dieses Verhalten die besten Begegnungen produziert.
Sieht man die Delfine wirklich?
Sehr häufig, ja. Eine Garantie gibt es nicht — es sind Wildtiere. Aber der Shaab El Erg gehört zu den zuverlässigsten Delfin-Spots des Roten Meeres, und wir hatten dort an den meisten Ausfahrten Sichtungen.
Kann man den Shaab El Erg mit den Abu Nuhas Wracks kombinieren?
Nicht an einem Halbtag — die Spots liegen in unterschiedlichen Richtungen. Für einen vollen Tauchtag ist eine Kombination möglich, aber anstrengend. Die meisten Gäste wählen einen der Spots pro Tag.
Ich bin noch nicht zertifiziert — kann ich trotzdem mit?
Für Schnorcheln: ja, unbedingt. Für Tauchen: komm erst zum Open Water Kurs in El Gouna, dann zum Shaab El Erg.
Ausfahrten zum Shaab El Erg organisieren wir von beiden El Gouna Basen — Sheraton Miramar und Mövenpick El Gouna. Online buchen spart 10%. Für Preise und aktuelle Termine schreib uns direkt oder schau in unseren El Gouna Dive Guide.